„Einfach einschalten – und produzieren!“
GIPO, renommierter Schweizer Hersteller von Aufbereitungsanlagen, hat in bemerkenswert kurzer Projektzeit eine individuell konfigurierte Vorbrechanlage an den Steinbruch der ROHRDORFER ZEMENT GmbH in Oberösterreich geliefert.
GIPO >> Die Rohrdorfer Gruppe beschäftigt etwa 2.100 Mitarbeiter und unterhält 160 Standorte in Deutschland, Österreich, Italien und Ungarn, wo regelmäßig in moderne Technik investiert wird. Seit 2004 gehören auch das Zementwerk Gmunden und der Steinbruch in Ebensee zur Gruppe, dort werden durchschnittlich 500.000 Tonnen pro Jahr gefördert. Heute arbeiten im Zementwerk etwa 140 Mitarbeitende und 10 Auszubildende. Das Zementwerk wird vom Steinbruch Ebensee aus über Förderbänder und Bahntransport versorgt; dort sind 10 Mitarbeiter beschäftigt.
Melanie Lettner ist Abteilungsleiterin für die Steinbrüche in Gmunden und Ebensee und kümmert sich um die Rohstoffplanung und -sicherung. Christian Grabner ist Projektleiter und in der Instandhaltungsplanung tätig. Er hat die Beschaffung der neuen Vorbrechanlage für den Steinbruch Ebensee vom ersten Gespräch mit Jesse Gasser, Außendienst bei GIPO, bis zur gemeinsamen Inbetriebnahme begleitet. Die Leistung der neuen GIPO B1490 beträgt 600 Tonnen in der Stunde bei einer Körnung von ca. 0-200 mm.
Individualität steht im Fokus
Christian Grabner erzählt: „Unser alter Vorbrecher war bereits 28 Jahre alt und hatte in dieser Zeit 12 Millionen Tonnen Gestein verarbeitet, wir brauchten nun etwas Neues, das aber gut in unsere bestehende Infrastruktur passt. Nach mehreren Anfragen an namhafte Firmen war GIPO das einzige Unternehmen, das wirklich auf unsere Wünsche und Vorstellungen eingegangen ist und nicht versucht hat, uns eine Anlage quasi aus dem Katalog zu verkaufen. Weiterhin war mir persönlich wichtig, dass ich von den Planungen bis zur Inbetriebnahme immer einen Ansprechpartner habe, das hat mit Jesse Gasser wirklich sehr gut funktioniert.“ Mit eingebunden in das Projekt war auch die Polixmar GmbH aus Ohlsdorf, der österreichische Vertriebs- und Servicepartner von GIPO.
Anforderungen der Auftraggeber
Alle Komponenten der etwa 200 Tonnen schweren Anlage mussten in einem logistischen Kraftakt auf 730 Meter Höhe transportiert werden. Eine weitere Anforderung an die Anlage war, dass man sie in drei verschiedenen Varianten anordnen kann, so dass diese in voraussichtlich 8 Jahren an einen anderen Standort am Berg versetzt werden kann.
Weiterhin war ein Rollenrost gewünscht, um vor dem Brecher die kleinen Materialbestandteile zuverlässig aussieben zu können, sodass ausschließlich zu brechendes Material durch den Backenbrecher mit Einlaufgröße 1330 x 900 mm geht. Der Aufgeber, der das Material von zwei Muldengrößen fassen kann, sorgt für eine kontinuierliche Bestückung des Brechers und somit auch für einen kontinuierlichen Materialfluss. „Unser Ziel ist immer, unsere Anlagen so zu konzipieren, dass sie den Ansprüchen des Material-Abnehmers voll gerecht werden“, erklärt Jesse Gasser.
Ebenso war es den Auftraggebern wichtig, dass kein elektrisches Bauteil direkt an der Anlage angebracht ist. Dort sind nur notwendige Motoren und Sensoren, während die Elektronik in einem Container sicher neben der Anlage verbaut und somit vor Vibrationen und äußeren Einflüssen geschützt ist. Auch diesen Wunsch setzte GIPO um, sodass Störungen und Stillstände an der Anlage vermieden werden. Weiterhin wurde von GIPO eine wichtige Vorgabe im elektrischen Bereich umgesetzt, dass man, wie in der Rohrdorfer Gruppe üblich, mit einer Steuerung von Siemens arbeitet.
Doch in Ebensee hatte nicht nur GIPO besondere Vorgaben zu beachten, auch die ROHRDORFER ZEMENT GmbH, deren Steinbruch und damit die neue Brecheranlage sich im Sichtfeld des Ortes befindet, arbeitete in diesem Fall mit einer sehr transparenten Kommunikation mit den Anrainern. Gemeinsam mit dem Bürgerbeirat von Ebensee wurden Maßnahmen zum Schutz vor Lärm und Staub definiert, sodass Rohrdorfer in der Nähe der Brecheranlage Lärmschutzwände und eine Staubbindeanlage installierte.
Vorteile der Anlage: Langlebig, robust, sicher
Melanie Lettner fasst zusammen: „Für uns war wichtig, dass GIPO eine echt individuelle Anpassung der Anlage auf unserem Steinbruch vornehmen konnte. Dadurch, dass die komplette Anlage aus einer Hand kommt, läuft alles sauber und gut zusammen. Die Zusammenarbeit mit GIPO hat sehr gut funktioniert.“
Ebenso wichtig war allen Beteiligten, dass alle Vorkehrungen für eine sichere Bedienung getroffen wurden: „Besonders wichtig war uns auch, dass alle Bereiche, an denen regelmäßig Wartungsarbeiten stattfinden und Komponenten gewechselt werden, leicht zugänglich sind, z.B. die Motoren von Hydraulikpumpen oder die Wälzlager des Rollenrosts“, so Grabner. Ebenso könne man den Brecher elektrisch um 20 Meter hin- und herbewegen, um diesen zu reinigen. Bei einem Stillstand musste man früher den Brecher manuell ausräumen, bei der GIPO-Anlage kann man die Drehrichtung umkehren und diesen so automatisch leerräumen.
Enge Abstimmungen als Voraussetzung
Das ganze Projekt wurde für eine Anlage dieser sehr zügig umgesetzt: Vom ersten Kontakt am 24.6.2024 dauerte es nicht einmal 1,5 Jahre bis zur Abnahme im Werk von GIPO, die am 1.12.2025 stattfand. Die Endabnahme mit Leistungstest war ursprünglich für Anfang April 2026 geplant.
Diese konnte schon einen Monat früher erfolgen, sodass seit dem 4. März im Normalbetrieb produziert werden kann. Christian Grabner: „Das lief sehr gut, wir brauchten lediglich noch ein paar Anpassungen bei der Software. Ansonsten hieß es eigentlich: Einschalten und direkt produzieren! Das und die stabile Bauweise der ganzen Anlage haben uns und die Kollegen wirklich überzeugt.“
Vorbrechanlage
Die Vorbrechanlage besteht aus einer raupenmobilen Backenbrechanlage und einer kufenmobilen Aufgabeeinheit. Das Material wird über die Aufgabeeinheit mit Plattenband-Abzug kontinuierlich auf die Brechanlage zugeführt. Über den Rollenrost mit einer Nutzbreite von 1'270 mm und 10 Rollen wird feuchtes und klebriges, fein- und plattiges Korn wie auch verunreinigtes Material ausgeschieden. Dadurch wird nicht nur die Brechleistung erhöht, sondern auch der Verschleiß reduziert und der Backenbrecher entlastet. Während des Klassiervorgangs ergibt sich zusätzlich eine optimale Materialführung und Übergabe zum Backenbrecher hin. Der bewährte, sehr robuste und hartgesteinstaugliche konzipierte Backenbrecher GIPO B 1490 mit einem Einlauf 1'330 x 900 mm bricht das Material auf ein Endkorn 0/200 mm.
Raupenmobiler Backenbrecher
Typ GIPO B 1490
- Rollenrost: Breite 1'270 mm / 10 Rollen
- Backenbrecher-Einlauf: 1'330 x 900 mm
- Elektroantrieb
- Backenbrecher: 160 kW
- Nebenantriebe: 200 kW
- Aufgabeleistung: ca. 600 t/h
- Einsatzgewicht: ca. 110'000 kg
Kufenmobile Aufgabeeinheit
Typ GIPO PB
- Aufgabetrichter Inhalt: 40 m3
- Einsatzgewicht: ca. 90 t
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