Gyroskopische Rohrleitungskartierung mit dem DuctRunner von Reduct – Praxis, Technik und Einsatzfelder
Die gyroskopische Rohrleitungs-kartierung hat sich in den letzten Jahren als präzise und verlässliche Methode etabliert, um Leerrohre und Kanäle unterschiedlichster Art 3-dimensional und ohne oberirdische Ortungstechnik zu erfassen. Kernidee: ein autonom arbeitender Messkörper mit hochpräzisen Sensoren zeichnet seine Lage- und Orientierungsänderungen mit hoher Abtastrate auf; anschließend werden die aufgezeichneten Messpunkte mittels Referenzpunkten in das gewählte Koordinatensystem transformiert. Der DuctRunner aus dem Hause Reduct nutzt genau dieses Prinzip und umgeht damit die typischen Schwächen klassischer Verfahren wie Störanfälligkeit durch elektromagnetische Interferenzen oder eingeschränkte Eindringtiefen.
Technischer Aufbau und Messprinzip
Das Herzstück der DuctRunner-Systeme ist die OMU (Orientation Measurement Unit) — eine autarke, batteriebetriebene Einheit mit einer Vielzahl unterschiedlicher Sensoren, die mit 100 Hz misst. Zur Ermittlung der Rohrlänge werden mehrere Odometer (Wegnehmer) verwendet; die Daten werden im Messsystem gespeichert und nach Messende mittels spezieller Software in Verbindung mit bekannten Ein-/Ausgangskoordinaten zu einem exakten 3D-Profil zusammengeführt. Durch die hohe Abtastrate lassen sich zudem optional Biegeradien und Neigungsprofile mit hoher Detaillierung ableiten. Rohrlänge von bis zu 1.500 m lassen sich damit vermessen.
Produkte und Baugrößen – Überblick
Reduct bietet eine modulare Produktfamilie, abgestuft nach Rohrinnendurchmesser und Anwendung: Rohrinnendurchmesser von 29 mm bis 1.000 mm lassen sich kartieren. Ergänzt werden die Mapping-Sonden durch Seilwinden, welche für den Einsatz benötigt werden. Die Systeme sind modular konzipiert und lassen sich mittels passenden Radeinheiten für den individuellen Anwendungsfall exakt konfigurieren.
Einsatzmöglichkeiten und Praxisnutzen
Typische Einsatzfelder sind Telekommunikations- und Energieleerrohre, Hausanschlüsse, Wasserleitungen sowie die Zustandsuntersuchung (Biegeradius und Neigung) vor Instandsetzung oder Umbauten. Gyro-Mapping erlaubt Messungen unterquerender Trassen (Flüsse, Autobahnen oder Bahnstrecken) und in kraftfeldnahen Bereichen, da die Sensorik gegenüber elektromagnetischer Störung unempfindlich ist. Durch die autarke Arbeitsweise (autonomer Lauf und keine oberirdische Nachverfolgung) sind sehr tiefe oder schwer zugängliche Abschnitte messbar.
Umgang, Ablauf und Qualitätsaspekte
Was ist vor Ort zu beachten: Die Leerrohrsysteme sollten gereinigt und frei zugänglich sowie die Koordinaten der Ein- und Austrittspunkte der Rohre eingemessen sein. Die Messläufe sollten gleichmäßig mit konstanter Zuggeschwindigkeit (ca. 1 - 2 m/s) erfolgen; die Ausgabe der Daten erfolgt in offenen Formaten (CSV, XLS, AutoCAD-Script, uvm.) zur reibungslosen GIS-Integration in übliche Planungssoftwares.
Anwendungsbeispiel Übertragungsnetze
In Deutschland wird die Technologie derzeit vielerorts erfolgreich eingesetzt — so finden sich Anwendungen entlang der Hochspannungsprojekte wie SuedLink und SuedOstLink, wo Erdkabel und umfangreiche Leerrohrtrassen präzise Bestandsdokumentation erfordern. DuctRunner-Messungen werden dort durchgeführt, wo eine genaue Lagebestimmung und die Verifikation von Trassenabschnitten nötig sind.
Fazit
Der DuctRunner von Reduct ist eine Lösung für 3D-Rohrleitungskartierung, die besonders dort ihre Stärken ausspielt, wo konventionelle Verfahren an Grenzen stoßen: tiefe Lagen, Trassen unter Infrastrukturen und elektromagnetische Umfelder. Verantwortliche Netzbetreiber profitieren von präzisen Aussagen über Lage, Biegeradien und der offenen Datenausgabe, die langfristig Auslegung, Betrieb und Instandhaltung substanziell verbessern. Mit dem in Hessen ansässigen Unternehmen, L-Team X-Tools GmbH & Co. KG, haben Kunden und Anwender aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zudem einen direkten Ansprechpartner vor Ort und u. a. am 05. und 06. Februar 2026 als Aussteller auf dem Oldenburger Rohrleitungsforum (IRO) 2026 auf dem Freigelände, Stand A.04.

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